Nap

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Nap

Wenn man sich gängiger Klischees bedienen möchte, ist hier mal wieder die Provinz schuld. Fern von hippen, urbanen Szenen entstehen vielleicht doch einfacher eigene Ansätze. Frei von „Szene-Polizisten“ verfolgt man eigene Ideen und Wege. Und wenn der Proberaum dann auch noch in der eigenen Wohnung – oder die Wohnung im Proberaum – ist, liegt auf der Hand, dass die Verstärker nie ausgestellt werden und die Jamsession zum Tagesablauf gehört, wie der Staubsauger und die Kaffeemaschine.

 

 

VILLA – Das Debut Album

Nicht weiter erstaunlich, dass bei NAP diese Jam-Sessions Grundlage für die Band und ihre Songs sind. Das Debut-Album „Villa“  lässt die Brennstäbe einzelner Genres und Subgenres erhitzen und glühen bedrohlich. Die Kernschmelze des Heavy-Genres kommt als Vergleich auf.

Hier treffen groovende Psychedelic-Jam-Sessions auf schwerste Doom-Riffs. Instrumentaler Stoner-Rock wird  dramaturgisch in Szene gesetzt und voller Spielfreude zelebriert, bevor man sich in entspannte Soundgemälde plumpsen lässt, um kurz nach Luft zu schnappen. Vereinzelt schießen sogar Surf-Melodien und twangy Sounds hervor, die ungewohnte Farbtupfer in das dunkel metallische Bild bringen. Vor allem läßt sich NAP jedoch immer wieder viel Zeit und auffallend ist, dass man oft gegen Ende der Songs mit mächtigen Vocals überrascht wird, die dem Ganzen die Krone aufsetzen.

Das kann frischen Wind in die verstaubte Wüste bringen. NAP reduziert sich keineswegs auf den Begriff „Retro“, sondern mischen ihn neu auf.