Black Lung

Die Geschichte von BLACK LUNG ist schwer zu erzählen, ohne die einer anderen Band zu erwähnen. Beginnen wir also bei Baltimore’s Best: THE FLYING EYES. Eine Band, die von ihren Fans getragen und live gefeiert wurde. Nach hunderten Shows und einer Hand voll Alben musste THE FLYING EYES 2014 erstmal ruhen, um nicht zu implodieren.

2014, ein Rekordwinter in Baltimore mit Tiefsttemperaturen und meterhohen Schneewehen zwang Elias Schutzmann (dr) und Adam Bufano (git) schnell wieder in den Proberaum. Man hatte ungewohnt viel Zeit, steckte voller Ideen und musikalischer Energie. Mit Dave Cavalier (voc/git) fanden sie das fehlende Glied, um Neues zu schaffen – Etwas, dass sich schnell besonders und anders anfühlte: BLACK LUNG!

Zwei Gitarren, runtergestimmt und schwer. Ein Bass ist hier unnötig. Es groovt, rollt und es entstehen Songs, die zwischen dem rohen Blues-Rock der BLACK KEYS und den ehrwürdigen Riffs von SLEEP pendeln. Trotz aller Schwere bleibt die Produktion transparent. Psychedelische Gitarrenwände, noisy flirrende Gitarrensounds, heavy Riffs und gleichzeitig eine Leichtigkeit und schwebende Melodien.

Das Debüt war eine große Überraschung und festigte  die Band als solche. Sie nabelte sich vom “Mutterschiff” ab und schob mit “See The Enemy” (2016) ein großes Album hinterher.

Nach zwei weiteren großartigen Veröffentlichungen, zum einen einer 12″ Split EP mit Pych-Kraut-Walze NAP (2018) und zum anderen dem viel gefeierten dritten Album “Ancients” (2019) muss die Band aber auch einen großen Rückschlag in Kauf nehmen. Gitarrist Adam Bufano kündigte seinen Abschied von BLACK LUNG an, um sich voll seiner stetig wachsenden Firma “WILD Kombucha” zu widmen.
Doch im heimischen Baltimore ist die Heavy-Szene eng verknüpft und es tummeln sich Bandfreude darin, die auch fantastische Musiker sind. Ende 2019 steht also der neue Dritte im Bunde fest: Dave Fullerton, auch bekannt aus der instrumentalen Post Rock-Band Deaf Scene.

Schwarzer, melancholischer Soul

Das VISIONS Magazin attestiert dem BLACK LUNG-Sound eine “NICK CAVE-Atmosphäre und schwarzen, melancholischen Soul im Stil von THE AFGHAN WHIGS.” Dunkel und doch mit einem gewissen Hauch Pop. Majestätisch erhaben. Ein Song wie “Black Rainbow” von ST. VINCENT, scheint nach diesen Gitarrenwänden gebettelt zu haben und wird in diesem Sound zu etwas Eigenem, zu einem BLACK LUNG Song.

“BLACK LUNG erschaffen quasi aus dem Nichts heraus ein beschwörendes Klangbild, in dem alle Zutaten auf wundersame Weise zusammenwirken und einen Sog erzeugen, der Stoner Rock, Grunge und Doom in sich vereinigt, aber keinem der Drei den Vortritt lässt!” (Classic Rock)