Rotor

ROTOR feilen seit 1998 an ihrem knochentrockenen instrumentalen Sound zwischen Alternative-, Stoner- und 70s Space-Rock. In Berlin Marzahn als Trio gegründet, schlagen sie mittlerweile ihren Sound als Quartett in den Stein. Für die Mathe-Asse zum mitrechnen: ROTOR = 4 Typen x 20 Jahre Bandgeschichte =  6 Alben, einfach durchnummeriert, plus 1 Live-Album.

 

Malmende Heavyness

 

Fakten, Fakten, Fakten – numerisch, mathematisch kühl auf den Punkt gebracht? Keineswegs. Instrumental-Rock, ein Musikstil, der schnell formelhaft und kühl mechanisch klingen kann, doch ROTOR sind schlicht zu leidenschaftlich und zügellos, um diese Vorwürfe zu erfüllen. Wer die Band live erlebt hat, weiß um die malmende Heavyness, die ultratighten Rhythmus-
stafetten, die melancholischen Space-
trips, die mitreißende Energie und Ausstrahlung und kommt dem wahren Kern der Band sehr nahe. Gegensätze lassen Stoner und Psychedelic, Kraut und Progressiv Rock aufeinander treffen und kollabieren.


Szenengröße

 

ROTOR, die sich ohne Sänger, ohne Texte, rein instrumental und auch sonst ohne viele Worte, jedoch stets auf den Punkt, Gehör verschaffen, scheinen sich den üblichen Medien-Mechanismen zu  verweigern und sind für eine Band ihres Kalibers wenig präsent. Unnahbar oder eher gezielte Enthaltsamkeit? In der Szene zumindest sind sie eine feste Größe und mitten drin. Doch was steckt hinter dem Bandnamen, wer, warum..?
Die Fragen werden trotz aussagekräftiger Songtitel wie “Volllast”, “Drehmoment” und “Abfahrt!” nicht weniger und es sieht nicht so aus, als würde die Band ihr Panoptikum so bald lüften. Da hilft nur, dem drückenden Soundwand live beizuwohnen.

Das 2018 unter Noisolution erschienene Album “Sechs” kommentierte die Band selbst mit dem Satz: “Ein kleiner Schritt für RotoR, aber ein großer Schritt für den Stonerrock.”